Wenn ein Schriftdesigner eine Type entwirft, dann immer für ein bestimmtes Anwendungsgebiet, was viele Gestalter nicht sonderlich interessiert. So kommt es z.B. dazu, dass eine Textschrift in Headlines auftaucht. In diesem Fall stellt sich häufig heraus, dass die Schrift für diese Anwendung nicht richtig zugeschnitten ist: unschöne Räume entstehen zwischen bestimmten Buchstaben-Paaren, Spationierung und Kerning sind also unzureichend. Vielleicht möchte der Designer aber auch über weitere Gewichte verfügen können oder ein @-Zeichen haben, dass sich besser in das Schriftbild fügt.
In diesem und anderen Fällen besteht die Möglichkeit, die Schrift und ihre Anwendung aneinander anzugleichen.
Überarbeitung der Schrift Univers für die Zeitschrift Eigen Huis & Interieur
Before:

After:

Die grauen Versionen der Univers (Univers Light und Bold sowie CondensedLight und Bold von Linotype) sind die modifizierten Extreme. Alle anderen Gewichte sind Interpolationen. Weil die Wahl der als Ausgangspunkte erzeugten Schriften außerdem verschieden breit laufen, konnte so – ohne zusätzlichen Aufwand – eine Version der Univers kreiert werden, die es so vorher noch nicht gab: diese liegt zwischen der schmal und regulär laufenden Univers.
Überarbeitung der Schrift Centennial für die Zeitschrift Libelle
Before:

After:

Für die Centennial von Linotype wurden vier Ausgangsgewichte (Light und Black, LightItalic und BlackItalic) angepasst. Anschließend wurden diese als Eckpunkte für Interpolationen benutzt, dadurch ist die Wahl der Zwischengewichte frei wählbar.